Turia + Kant
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J. M. Coetzee Sigmund Freud und die Ehe

Vorlesung am Sigmund Freud Museum Wien

Weder in seiner wissenschaftlichen Arbeit noch in seiner Beziehung zu Martha (Freud, geb. Bernays) zeigte Sigmund Freud großes Interesse an den geistigen Dimensionen der Ehe. Persönlich kann man ihm das nicht vorwerfen, aber es bleibt zu bedauern, dass der Begründer der Psychoanalyse die Disziplin nie in diese Richtung gelenkt hat. Unter den vielen Aspekten der Ehe nenne ich zwei, denen Freud seine Aufmerksamkeit hätte widmen können: Was zeichnet die Menschen aus, in die wir uns verlieben (»Objektwahl«), und wie funktioniert Eifersucht (»normale Eifersucht«, wie er es nennt)? Trotz seiner soliden humanistischen Ausbildung kommt es Freud nicht in den Sinn, auf das Denken von Platon, Aristoteles und den Stoikern zu solchen Fragen aufzubauen.

Ebenso enttäuschend ist seine Loslösung von den zeitgenössischen Bewegungen in Kunst und Literatur sowie der Revolution in sexuellen Beziehungen, die sich um ihn herum vollzog. Viel hätte er von seinem jüngeren Wiener Zeitgenossen Robert Musil lernen können.

J. M. Coetzee wurde 1940 in Südafrika geboren und absolvierte seine Ausbildung in Südafrika und den Vereinigten Staaten. Er arbeitete unter anderem als Professor an der Universität von Kapstadt und der Universität von Chicago. Coetzee ist Autor von zwanzig belletristischen Werken sowie diversen Kritiken und Übersetzungen. Zu seinen vielen Auszeichnungen zählen der Booker Prize (zweimal) und der Nobelpreis für Literatur 2003. Seit 2002 lebt Coetzee in Australien, wo er eine Professur an der Universität von Adelaide innehat.

Ladenpreis: 14,00€
ISBN:978-3-98514-133-3
Umfang: 91 S.
Format: 12 x 20 cm
Umschlag: Broschur mit Schutzumschlag
Lieferbarkeit im Buchhandel :
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A: nein
Erschienen:
Anmerkung:In Vorb. für März 2026.
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